Rettungseinsatz - Wie funktioniert er?

Der Rettungseinsatz während einer Weltcupabfahrt ist genauestens geregelt. Dies, um die größtmögliche Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Er wird vom Renndirektor und dem Leiter der Rettung koordiniert.

Stürzt ein Rennläufer, so meldet das auf dem jeweiligen Streckenabschnitt positionierte Jury-Mitglied dem Renndirektor per Funk den Sturz. Der Renndirektor, der als einziger befugt ist, das Rennen zeitweilig abzubrechen, funkt den Startrichter an und verfügt den Abbruch des Starts (Start stop). Der Startrichter bestätigt den Start-Stop. Hat in der Zwischenzeit ein weiterer Läufer das Rennen aufgenommen, wird dieser mit einer gelben Flagge abgewinkt. Nachdem der Renndirektor sichergestellt hat, dass sich niemand mehr auf der Strecke befindet, aktiviert er die Rettung.
Der Leiter des Rettungsdienstes koordiniert den Einsatz. Der Verletzte wird, nach Erstversorgung und Stabilisierung  mit einer Vakuum-Matratze vor Ort, ruhiggestellt und mit der Seilwinde in den Hubschrauber geladen, um anschließend ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert zu werden. Erst nachdem der Rettungsleiter bestätigt hat, dass der Einsatz abgeschlossen ist und alle Rettungsteams wieder auf ihrem Posten sind, gibt die Jury die Rennstrecke frei.
Der abgewinkte Athlet wird mittels Motorschlitten bzw. Helikopter zum Start geführt.

Dieser scheinbar komplizierte, aber durchaus logische Vorgang macht erst deutlich, wieso bei einem Sturz oft Sekunden vergehen, bevor die Rettung eingreift. Es muss eben sichergestellt werden, dass sich kein Rennläufer mehr auf der Strecke befindet, der den Verletzten, sich selbst und die Rettungsleute gefährden kann.

Lediglich im Zielbereich, wo ein Starten und Landen aus Sicherheitsgründen nicht ratsam ist, wird der Verletzte mittels Tragbahre und Ambulanz zum Hubschrauber transportiert und ins Krankenhaus geflogen.

Gelbe Flaggen
Die gelben Flaggen signalisieren dem Rennläufer Gefahr. Wenn sie geschwenkt werden, muss er seine Fahrt sofort unterbrechen. Im Besitz der „gelben Flaggen“ sind die Jury-Mitglieder. Mitglieder der Jury sind der Renndirektor, sein Assistent, der Start-, Ziel- und Schiedsrichter, der Schiedsrichterassistent, ein Mitglied der Organisation und der technische Delegierte des internationalen Skiverbandes (FIS). Die Jury-Mitglieder sind an verschiedenen Stellen der Strecke positioniert . Auf der „Saslong“ sind vier Abwinkzonen vorgesehen: 1. Einfahrt „Sochers“-Mauer; 2. Einfahrt „Kamelbuckel“; 3. Einfahrt „Ciaslat“; 4. Ausfahrt Ciaslat.