Feuz gewinnt den Super G

v.l.: Bode Miller, Beat Feuz und Kjetil Jansrud

v.l.: Bode Miller, Beat Feuz und Kjetil Jansrud

Der Schweizer Beat Feuz hat beim Weltcup-Super G in Gröden mit der Startnummer 26 das Feld von hinten aufgerollt, den lange Führenden Bode Miller (USA) noch abgefangen und auf der Saslong seinen ersten Weltcupsieg im Super G gefeiert. Hinter Feuz platzierten sich Miller (+ 0,3 Sekunden) und Kjetil Jansrud (+ 0,4 Sekunden) mit Respektabstand auf den Stockerlplätzen. Für die Hausherren gab es heute nichts zu holen: Bester der „Azzurri“ war heute Peter Fill auf Platz 22.

Der Schweizer Beat Feuz hat in den ersten vier Speedrennen der Saison bereits mehr als angedeutet, dass er reif für den ersten Saisonsieg ist: Zwei Mal landete der Schweizer auf Platz zwei, einmal auf dem dritten Platz. Feuz hatte vor seinem heutigen Sieg erst ein Weltcuprennen gewonnen, die Abfahrt von Kvitfjell im März 2011. Beim Super G in Gröden hat der Schweizer mit der relativ hohen Startnummer 26 noch Bode Miller abgefangen, der mit der Nummer 8 eine Zeit auf die Saslong gezaubert hat, die kaum zu unterbieten schien. „Am Start habe ich habe gehört, dass alle langsam sind. Deshalb war es unglaublich, dass die 1 aufgeleuchtet hat, als ich durch das Ziel gefahren bin. Die Gefühle sind unbeschreiblich, weil ich nie mit dem Sieg gerechnet habe. Es war eine gute Fahrt mit einem kleinen Fehler in einer nicht entscheidenden Passage“, so Feuz nach dem Rennen.

Feuz hat vom Start weg eine super Linie erwischt und im untersten Abschnitt die Konkurrenz deklassiert. Am Ende hat Feuz Bode Miller um 0,3 Sekunden distanziert, den Drittplatzierten Kjetil Jansrud (NOR) um 0,44 Sekunden. Bitter für Bode Miller, der lange seinen sechsten Weltcupsieg im Super G vor Augen hatte. Millers letzter Sieg in dieser Disziplin liegt mittlerweile fast fünf Jahre zurück. Hier in Gröden hat der US-Amerikaner seinen vorletzten Super G gewonnen. Das war im Dezember 2006.

Der Wettergott war den Grödner Weltcupveranstaltern heute wohl gesonnen. Zwar hatten die Organisatoren den Start wegen der schlechten Wettervorhersagen und Windböen im Startbereich vorsorglich um 100 Höhenmetern nach unten verlegt, doch das Rennen fand dann unter sehr guten Bedingungen statt. Der angekündigte starke Schneefall blieb aus, das Wetter besserte sich während des Rennens sogar. Dies wirkte sich zum Vorteil der Fahrer mit hohen Startnummern aus: Der Österreicher Max Franz konnte mit Nummer 54 noch auf Platz 5 fahren, der Finne Andreas Romar landete mit der Nummer 40 noch auf Rang 7. Von diesen Platzierungen konnten die italienischen Rennläufer heute nur träumen: Als bester der azurblauen Mannschaft landete Peter Fill auf Platz 22, Matteo Marsaglia wurde 23., Christof Innerhofer 24. Für Werner Heel, der hier 2008 noch gewonnen hat, schaute nur Platz 40 heraus.

Während es für die Italiener ein (nicht ganz unerwartetes) Debakel gab, schaute zwar auch für die Österreicher kein absoluter Spitzenplatz heraus, aber immerhin konnten sich mit Überraschungsmann Franz (5.), Joachim Puchner (8.), Mario Scheiber (9.) und Klaus Kröll (10.) vier Fahrer in den Top ten platzieren.

In Gröden geht es morgen mit der Abfahrt weiter. Start ist um 12.15 Uhr.