Abfahrt: Wind ist der einzige Sieger

Windböen über den Zielraum

Windböen über den Zielraum

Die Weltcup-Abfahrt auf der Saslong ist nach 21 Fahrern abgebrochen worden. Grund dafür war der böige Wind, der ein reguläres Rennen unmöglich machte. Zum Zeitpunkt des Abbruchs führten die beiden Franzosen Johan Clarey und Adrien Theaux.

Der Wind hat den Abbruch der Weltcup-Abfahrt auf der Saslong erzwungen. Schon vor dem Start hatte die Jury wegen der bereits vorhergesagten Windböen um 30 Höhenmeter nach unten verlegt. Bei der Fahrt der ersten zehn Läufer herrschten dann zwar gute Bedingungen, danach erforderte der böige Wind auf der ganzen Strecke mehrere Unterbrechungen. Die Fahrer mit den Startnummern 8 (Patrick Küng), 9 (Adrien Theaux) und 10 (Johan Clarey) hatten bis dahin die Gunst der Stunde genutzt und in der buchstäblichen Ruhe vor dem Sturm die besten Zeiten auf die Piste gelegt. Am Ende umsonst. Verständlich, dass der Führende Clarey mit dem Abbruch haderte: „Ich glaube nicht, dass es gefährlich gewesen wäre. Die Piste war nicht zu schnell, der Sprung bei den Kamelbuckeln ging nicht zu weit. Eine Fortsetzung des Rennens wäre nicht fair gewesen, weil nicht jeder bei gleichen Bedingungen gestartet ist, aber es war nicht das erste Mal, dass es so läuft. Wir haben so viele Rennen bei schwierigen Bedingungen durchgezogen. Ich bin nicht einverstanden, dass das Rennen abgebrochen wurde. Adrien und ich sind einfach gut gefahren. Wir hatten sicher Glück. Wenn nicht zwei Franzosen vorne gewesen wären, wäre das Rennen wahrscheinlich nicht abgebrochen worden.“

FIS-Renndirektor Günter Hujara erklärte, dass es keine Alternative zum Abbruch gegeben habe: „Die Windbedingungen waren so wechselhaft, dass ein reibungsloser Ablauf nicht mehr möglich war. Wir haben unterbrochen, haben Vorläufer auf die Piste geschickt, aber es hat nichts genützt. Die Bedingungen haben sich sehr schnell verändert und waren nicht mehr vorhersehbar. Deshalb hat die Jury entschieden, mit dem Rennen nicht mehr weiterzumachen, um schwere Stürze zu vermeiden. Es war in jedem Fall eine Entscheidung für die Sicherheit der Athleten. Der Jury geht es manchmal wie einem Fußballschiedsrichter, wenn er ein Abseits oder einen Elfmeter falsch entscheidet, aber hier geht es um die Sicherheit. Ich kann verstehen, dass es für einige hier keine gute Entscheidung ist, aber die Sicherheit der Athleten muss jederzeit Priorität haben.“

Klaus Kröll, der als letzter Fahrer vor dem Abbruch die Saslong heruntergefahren ist, stimmte der Jury-Entscheidung zu: „Die Windbedingungen waren äußerst unterschiedlich. Es ist gut, dass die Jury abgebrochen hat.“ Gleicher Meinung war auch der Sieger des gestrigen Super G, Beat Feuz: „Mit dem Wind hatte man keine Chance. Aus rein sportlicher Abbruch war der Abbruch korrekt: Ich hatte keine Spur und keine Sicht mehr. Schon bei kleinen Wellen hat es mich ausgehoben, das ist nicht normal. Am Start haben wir gehört, es kommen alle zwei Minuten Windböen. Der Kamelbuckelsprung geht sehr weit und hat einen hohen Luftstand. Dieser Sprung wäre bei diesen Windböen zu gefährlich gewesen. Es ist für alle das Beste, dass das Rennen abgebrochen worden ist.“

Mit dem Wind als Spielverderber hatten die Veranstalter lange nicht gerechnet. Bis zum gestrigen Freitag hatte der Schnee die Organisatoren auf Trab gehalten. Vor der Rennwoche fehlte der Schnee, dann hat sich Neuschnee auf die perfekt präparierte Piste gelegt und die Pistenmannschaft zu einer Nachtschicht auf der Saslong gezwungen. Über 100 Pistenarbeiter waren in der Nacht auf heute im Einsatz, um die zehn Zentimeter Neuschnee aus der Strecke zu schaffen. Dann war der Schnee verräumt und der Wind kam. Der Rest ist bekannt und die Jubiläumsabfahrt auf das Jahr 2012 verschoben.