Im Zeitraffer: Die Abfahrt bis zum Abbruch

v.l.: Adrien Theaux und Johan Clarey

v.l.: Adrien Theaux und Johan Clarey

Hier können Sie nachlesen, wie es zum Abbruch der Jubiläumsabfahrt auf der Saslong gekommen ist.

11:29 | Guten Morgen aus Gröden!
11:30 | In 45 Minuten beginnt die Abfahrt.
11:31 | Die heutige Abfahrt ist die 50. hier auf der Saslong. Die erste hat 1969 stattgefunden.
11:31 | Gestern Abend ist der für den Super G vorausgesagte Schneefall dann mit Verspätung eingetroffen und hat zehn Zentimeter Neuschnee auf die Piste gezuckert.
11:31 | Zehn Zentimeter klingen nicht viel, aber auf der über 3,4 Kilometer langen Piste kommt einiges zusammen!
11:32 | Die Pistenmannschaft hat schon ab 23 Uhr mit der Schneeraupe die Piste vom Neuschnee befreit.
11:33 | Ab 4 Uhr früh haben dann gut 100 Pistenarbeiter den Neuschnee angetreten bzw. aus der Ideallinie gerutscht.
11:34 | Jetzt klart es auf, die Sonne könnte sich bis zum Rennstart den Weg durch die Wolkenreste bahnen.
11:39 | Trotz des vermeintlich guten Wetters hat die Jury entschieden, den Start nach unten zu verlegen.
11:39 | Grund für die Startverlegung ist der Wind im obersten Streckenbereich.
11:42 | Gestartet wird 30 Meter tiefer, die Strecke ist nicht mehr 3446 Meter, sondern 3326 Meter lang und anstatt 36 hat die Abfahrt jetzt nur noch 34 Tore.
11:44 | Die Temperaturen sind über Nacht stark gesunken. Derzeit hat es am Start nur - 11 Grad Celsius, im Ziel sind es immerhin - 5 Grad.
11:50 | Noch 20 Minuten bis zum Start. Nutzen wir die Gelegenheit, um Christof Innerhofer zum Geburtstag zu gratulieren. Der Super-G-Weltmeister wird heute 27 Jahre alt und startet heute mit der Nummer 11. Vielleicht gelingt ihm an seinem Geburtstag endlich einmal ein guter Lauf hier in Gröden.
11:51 | Bisher haben im heurigen Weltcupwinter zwei Abfahrten stattgefunde. Eine hat Didier Cuche, eine hat Bode Miller gewonnen.
11:51 | Im Abfahrtsweltcup führt aber keiner der beiden, sondern der Sieger des gestrigen Super G: Beat Feuz.
11:51 | Feuz war in den beiden bisherigen Abfahrten jeweils Zweiter. Gelingt ihm heute der Sprung nach ganz vorne und ein Doppelsieg hier in Gröden?
11:52 | Bisher gab es auf der Saslong nur einen Doppelsieger.
11:55 | Es war dies Franz Klammer.
11:58 | Drei Fahrer haben hingegen im Laufe ihrer Karriere sowohl Abfahrt als auch Super G gewonnen.
11:58 | Pirmin Zurbriggen, Lasse Kjus und Michi Walchhofer.
12:00 | Noch eine Viertelstunde bis zum Start.
12:01 | Soeben ist der erste Kamerafahrer ins Ziel gekommen: Hans Knauss, der für den österreichischen ORF kommentiert.
12:06 | Jetzt geht der erste Vorläufer auf die Piste.
12:08 | Das Rennen verspricht von Beginn an Spannung, startet der Trainingsdominator Hans Olsson (SWE) doch bereits mit der Startnummer 2.
12:08 | Pünktlich zum Start verziehen sich auch noch die letzten Wolkenfetzen.
12:12 | Noch drei Minuten bis zum Start.
12:15 | Ivica Kostelic steht im Starthaus. Der Kroate eröffnet die 50. Weltcup-Abfahrt auf der Saslong.
12:15 | Das Rennen hat begonnen.
12:16 | Im Training hat Kostelic 2:00.98 Minuten benötigt. Schauen, wie lange er unter Rennbedingungen auf der um 120 Meter kürzeren Strecke benötigt.
12:16 | In der Ciaslat-Wiese wird Kostelic arg aufgemischt.
12:17 | Kostelic im Ziel: Seine Zeit ist 1:59.04 Minuten.
12:17 | Er war damit deutlich schneller als im Training.
12:17 | Aber aufgepasst auf Hans Olsson, der im Training zwei Mal der Schnellste war.
12:18 | Auch heute ist er oben extrem schnell!
12:18 | Wird die tiefe Nummer ein Vor- oder Nachteil?
12:18 | Olsson fährt immer schneller und ist bei den Kamelbuckeln schon knapp zwei Sekunden vor Kostelic.
12:18 | Wackler am Eingang Ciaslat. Das war nicht ideal.
12:18 | Doch im Ziel hat er einen Riesenvorsprung: 2,58 Sekunden liegt er vor Kostelic.
12:19 | Olsson ist mit seiner Fahrt zufrieden.
12:20 | In 1:56.46 Minuten hat er seine Trainingsbestzeit um eine Sekunde unterboten.
12:21 | Stephan Keppler ist auf der Piste.
12:21 | Bei den Kamelbuckeln ist er vor Olsson: 0,07 Sekunden.
12:21 | Aber großer Fehler bei Ciaslat.
12:21 | Er liegt jetzt schon 0,24 Sekunden zurück.
12:21 | Keppler kommt nicht an Olsson heran und liegt im Ziel deutlich mit 0,6 Sekunden zurück.
12:21 | Werner Heel, der erste der Azzurri, ist gestartet.
12:21 | Er hat bisher enttäuscht und war gestern nur 40.
12:22 | Oben ist er aber schneller als Olsson.
12:22 | Im Mittelteil verliert Heel sehr viel Zeit und liegt eine halbe Sekunde zurück.
12:23 | Schieflage an der Einfahrt Ciaslat!
12:23 | Ciaslat scheint heuer so schwierig wie zuletzt selten zu sein.
12:24 | Im Ziel hat Heel großen Rückstand: 1,48 Sekunden. Leider keine Überraschung durch den Südtiroler.
12:24 | Bisher scheint es, als Olsson unten ganz stark gefahren ist.
12:25 | Die Fahrt von Robbie Dixon (CAN) bestätigt das. Oben nahe an Olsson, bei den Kamelbuckeln schon eine halbe Sekunde hinten.
12:25 | Robbie Dixon fährt als 3. mit 1,17 Sekunden Rückstand ins Ziel.
12:26 | Yves Bertrand hat einen guten Start erwischt und ist oben fast gleichauf mit Olsson.
12:26 | Bei den Kamelbuckeln ist Bertrand vorne.
12:26 | Ciaslat erwischt Bertrand gut.
12:26 | Der Franzose hängt Olsson ab.
12:27 | Bertrand führt mit 0,13 Sekunden Vorsprung auf Olsson.
12:27 | Die beiden Trainingsbestzeiten konnte Olsson nicht aufs Rennen übertragen.
12:28 | Jetzt Routinier Ambrosi Hoffmann. Der 34-Jährige war hier vor zwei Jahren Dritter.
12:29 | Hoffmann fährt ähnlich schnell wie die Führenden.
12:29 | Die Ciaslat trennt heuer die Spreu vom Weizen.
12:30 | Im Ziel ist Hoffmann Vierter.
12:30 | Der nächste Schweizer, Patrick Küng, ist oben unglaublich schnell.
12:30 | Er führt mit 0,4 Sekunden Vorsprung.
12:31 | Patrick Küng rettet seinen Vorsprung ins Ziel und führt jetzt vor Yannick Bertrand.
12:31 | Küngs Vorsprung: 0,27 Sekunden.
12:32 | Nun Adrien Theaux (FRA). Oben führt Theaux.
12:33 | Auch bei den Kamelbuckeln ist der Franzose noch 0,13 Sekunden vorne.
12:33 | Aber sein Vorsprung schmilzt.
12:33 | Im Ziel liegt er 0,15 Sekunden vorne.
12:33 | Theaux ist in jedem Streckenabschnitt Bestzeit gefahren!
12:33 | Was für ein enges, was für ein spannendes Rennen.
12:33 | Nun ist Theaux' Landsmann Johan Clarey auf der Strecke.
12:33 | Er war hier schon Dritter. Gröden liegt Clarey.
12:34 | Aber an Theaux kommt Clarey nicht heran.
12:35 | Aber im Mittelteil ist Clarey stark gefahren: Nur 0,06 Sekunden liegt er zurück.
12:36 | Im Ziel liegt Clarey vorne!
12:36 | Der Franzose führt mit 1:55.80 Minuten vor seinem Landsmann Theaux.
12:36 | Im Zielbereich brandet Applaus auf.
12:36 | Der Grund: Innerhofer ist gestartet.
12:36 | Der Jubel ist aber schnell verstummt: Er hat oben großen Rückstand.
12:36 | Gröden ist für ihn zu einfach, sagt "Inner" immer wieder.
12:36 | Im Ziel hat Innerhofer einen Riesenrückstand und landet nur auf Platz 9.
12:37 | Sein Kopfschütteln sagt alles!
12:37 | Comebacker Mario Scheiber ist auf der Piste.
12:38 | Der Österreicher hat sein Jänner 2011 keine Abfahrt bestritten.
12:38 | Heute wird es für ihn zu keiner Top-Platzierung reichen.
12:39 | Im Ziel hat Scheiber 2,42 Sekunden Rückstand. Langsamer war nur Ivica Kostelic.
12:40 | Aber aufgepasst auf Erik Guay. Der Kanadier liebt die Grödner Abfahrt und fährt hier immer stark.
12:41 | Oben ist er vorne mit dabei!
12:41 | Bei den Kamelbuckeln ist er 0,11 Sekunden vorne.
12:41 | Sein Vorsprung wächst. Guay fährt saustark im Mittelstück.
12:41 | Aber die Ciaslat hat ihm dem ganzen Vorsprung gekostet.
12:41 | Im Ziel liegt Erik Guay mit 0,35 Sekunden nur auf Platz vier.
12:42 | Wie gewonnen, so zerronnen, gilt heut für Erik Guay.
12:42 | Carlo Janka ist auf der Piste.
12:42 | Oben ist er am langsamsten von allen bisher gestarteten Läufern.
12:43 | Das ist nicht das Rennen von Carlo Janka.
12:43 | Über 2,5 Sekunden Rückstand sprechen eine deutliche Sprache: Abhaken und vergessen.
12:43 | Beim Start von Didier Defago hat man starke Windböen am Start erkennen können.
12:44 | Das wirkt sich auf die Zeit aus: Oben schon 1,5 Sekunden Rückstand.
12:44 | Defago verliert aber kontinuierlich.
12:45 | Auch Defago können wir wohl schon abhaken und uns auf die Topfahrer konzentrieren.
12:45 | Defago hat 2,78 Sekunden Rückstand und ist Vorletzter im Zwischenklassement.
12:46 | Nach den ersten 15 Starten führen die beiden Franzosen Clarey und Theaux.
12:46 | Hans Olsson, der zweifache Trainingsbeste liegt nur auf Platz 6.
12:47 | Vorjahressieger Silvan Zurbriggen hat das Rennen aufgenommen.
12:48 | Schon oben ist eines klar: Seinen Sieg kann er nicht wiederholen.
12:49 | Er ist schon über eine Sekunde zurück.
12:49 | Im Ziel ist Zurbriggen 8. mit 1,4 Sekunden Rückstand.
12:50 | Romed Baumann ist gestartet. Er war im Vorjahr hier 2.
12:50 | Er fährt oben stark.
12:51 | Aber bei den Kamelbuckeln ist er schon 0,7 Sekunden hinten.
12:51 | In Ciaslat hat Baumann noch mehr verloren. Sein Rückstand im Ziel: 1,5 Sekunden und Platz 10.
12:52 | Baumann ist nicht zufrieden, wie sein Kopfschütteln unmissverständlich zeigt.
12:52 | Das Rennen ist vor dem Start von Didier Cuche unterbrochen worden. Der Grund für die Unterbrechung ist wohl der starke Wind im oberen Abschnitt.
12:55 | Das Rennen geht jetzt weiter. Didier Cuche (SUI), im Vorjahr Dritter, hat starten dürfen.
12:55 | Oder starten müssen? Oben hat er bereits einen Riesenrückstand von 1,2 Sekunden.
12:56 | Rückstand wächst auf für Cuche unglaubliche 1,9 Sekunden an.
12:56 | Der Wind ist zumindest für Cuche der Spielverderber.
12:56 | Auch im Ziel hat eine Windböe den ganzen Schnee aufgewirbelt.
12:57 | Cuche hat im Ziel 2,43 Sekunden Rückstand.
12:57 | Wieder kein Abfahrtssieg für Cuche hier in Gröden.
12:58 | Vor dem Sieger von gestern, Beat Feuz (SUI), ist das Rennen wieder unterbrochen worden.
13:04 | Das Rennen ist weiterhin unterbrochen.
13:04 | Kommentar Christof Innerhofer: Leider sind die Verhältnisse nicht für alle gleich. Durch den tieferen Start war auch viel Geschwindigkeit weg.
13:11 | Der Wind hat die Saslong immer noch fest im Griff. Das Rennen bleibt unterbrochen.
13:17 | Das heutige Rennen könnte eine Schwergeburt wie die Trainingsläufe werden.
13:18 | Das erste Training hat sage und schreibe vier Stunden gedauert, das zweite immerhin noch drei Stunden.
13:28 | Das Rennen kann wohl bald wieder weitergehen. Die Vorläufer sind wieder auf der Piste.
13:32 | Beat Feuz macht sich am Start bereit.
13:33 | Der Sieger des Super G ist auf der Piste.
13:33 | Feuz fährt aggressiv, liegt aber trotzdem oben schon eine nhalbe Sekunde zurück.
13:33 | Sein Rückstand wächst und wächst.
13:33 | Ist dieses Rennen schon gelaufen?
13:34 | Aber verschreien wir es nicht: Feuz holt unten auf!
13:35 | Beat Feuz verliert unten aber wieder viel Zeit und hat 1,64 Sekunden Rückstand.
13:36 | Nun der Norweger Aksel Svindal.
13:36 | Svindal hat hier 2009 den Super G gewonnen.
13:36 | Heute ist er oben schon eine Sekunde zurück.
13:37 | Bei den Kamelbuckeln ist der Norweger schon fast 1,5 Sekunden zurück.
13:37 | Svindal fährt optisch eine gute Linie, fasst aber immer mehr Rückstand auf.
13:37 | Svindal ist im Ziel 14. mit fast 2 Sekunden Rückstand.
13:38 | Was holt Klausi Kröll noch aus dieser Strecke heraus?
13:39 | Der Österreicher liegt ober "nur" eine halbe Sekunde zurück.
13:39 | Aber unten holt Klaus Kröll auf!
13:40 | Zu früh gefreut: In Ciaslat verlieren jetzt alle Fahrer Zeit, auch Kröll.
13:40 | Im Ziel landet Kröll auf Platz 8. Er ist damit bester Österreicher.
13:41 | Nun der letzte aus der Favoritengruppe: Bode Miller (USA).
13:41 | Vor Bode Miller aber wieder eine Unterbrechung.
13:42 | Bode Miller zieht sich im Starthaus wieder die Skier aus.
13:42 | Nun die offizielle Nachricht von der Jury: Das Rennen wird abgebrochen!
13:43 | Es gibt keinen Sieger bei der 50. Weltcup-Abfahrt.
13:44 | Oder besser gesagt: Das 50. Rennen wird erst im Jahr 2012 ausgetragen.
13:44 | Schade für Clarey, Theaux und Küng, die in Führung liegen.
13:45 | Statement von Klaus Kröll, der als letzter Fahrer die Saslong heruntergefahren ist: Die Windbedingungen waren äußerst unterschiedlich. Es ist gut, dass die Jury abgebrochen hat.
13:46 | Statement Beat Feuz: Mit dem Wind hat man keine Chance. Es ist für alle das Beste, dass das Rennen abgebrochen worden ist.
13:48 | Statement Joachim Puchner: Der Wind am Start war ein Wahnsinn. Das hatte keinen Sinn.
13:59 | Wir verabschieden uns jetzt aus dem Zielraum der Saslong und melden uns wieder im Dezember 2012!