Der Abfahrtslauf - Gestern und Heute

aus der Sicht der Aktiven

Carletto Senoner
Zu meinen Zeiten sahen Abfahrtsstrecken ganz anders aus al heute: niedrigere Geschwindigkeiten, enge Pisten und null Sicherheitsvorkehrungen. Die Strecke in Portillo, auf welcher ich 1966 Weltmeister wurde, war durchwegs von Schotter umrandet. Noch gefährlicher waren andere Strecken, wie Megève, Chamonix oder Kitzbühel. Diese Strecken waren von Bäumen gesäumt und bei einem Sturz aus der Piste konnte man das Brechen der Baumäste hören. Eventuelle Blutspuren wurden so gut es geht einfach mit Schnee zugedeckt.

Karl Schranz
Was meine Polemik (1969) wegen der zu leichten Abfahrt angeht muß ich sagen, dass man damals begonnen hatte, die Abfahrten maschinell zu präparieren. Dadurch wurden die Abfahrten natürlich leichter. Sicher war damals alles anders und man kann die damaligen Zeiten nicht mit heute vergleichen. Die Abfahrten waren früher ein einziges Aufeinanderfolgen von Buckeln und Wellen, Sprüngen und Kurven. Durch die Pistenpräpariergeräte verschwanden all diese Schwierigkeiten. Ich muß allerdings sagen, dass die Saslong heute eine sehr schöne Abfahrt ist. Sie gehört zu den schwierigsten und selektivsten des Weltcups.

Peter Runggaldier
Im Abfahrtslauf mussten die Fahrer bis vor nicht allzu langer Zeit ihre Kräfte und ihre Stellungen genau dosieren, da er bedeutend abenteuerlicher als heute war. Dies ist heute zum Teil noch im Super G der Fall. Die heutigen Abfahrtsstrecken jedoch sind mehr auf das Skimaterial zugeschnitten, das bis zum Limit gefahren wird, um optimale Zeiten zu erreichen.