Jansrud: „Die Saslong ist ein Genuss“

Hier die Kommentare der Fahrer unmittelbar nach ihrer Fahrt:

Kjetil Jansrud (NOR), 1. in 1.57,83
Ich bin das erste Training etwas ruhiger angegangen und habe die vielen Sprünge nicht voll genommen. Heute habe ich nicht mehr gebremst, habe hier aber noch immer Reserven. Die Sprünge sind heuer lang, aber sie wurden seit gestern leicht abgetragen und sind sicher für den Athleten. Die Einfahrt in die Ciaslat-Wiesen ist heuer größer als sonst. So soll es eigentlich sein auf dieser Piste: solange es nicht gefährlich wird, ist es wunderbar zu fahren. Der Fahrer soll arbeiten müssen auf der Saslong. Die Verhältnisse sind unglaublich schön, so gut wie eigentlich nie – das muss man genießen!

Steven Nyman (USA), 2. mit +0,05
Meine Fahrt war in Ordnung, aber ich habe in der Ciaslat-Einfahrt einen Fehler begangen. Meine Linie war dort etwas zu eng und ich muss das morgen verbessern. Einige Athleten hatten gestern Probleme mit den Sprüngen und deshalb mussten einige Kuppen angepasst werden. Das Problem war nicht die Höhe des Sprunges, sondern der Absprung. Dieser Punkt wurde in mehreren Passagen abgeflacht und damit sind Abflug und vor allem Landung sicherer. Als Läufer fühlt man sich damit sicherer und kann aggressiver fahren.

Max Franz (AUT), 3. mit +0,12
Meine Leistung war heute in Ordnung. Während der Fahrt hatte ich im oberen Teil den Eindruck, nicht gut unterwegs zu sein, weil ich beim Looping etwas zu weit gesprungen bin. Danach bin ich mit meiner Fahrt zufrieden. Ciaslat ist mir heute nicht so gut geglückt wie gestern. Ich freue mich sehr auf Samstag und hoffe, dass ich die zwei Trainingsläufe gut zusammenmischen kann. Es ist gut dass wir beim Training gut mitreden konnten, um den Norwegern Paroli zu bieten. Nun heißte es Arschbacken zusammenziehen.

Valentin Giraud Moine (FRA), 4. mit +0,22
Die Piste ist in perfektem Zustand. Ich habe heute einen ordentlichen Trainingslauf abgelegt und hatte mir das auch erwartet. Trotzdem muss ich noch viele Details verbessern, wie etwa den oberen Streckenteil. Die Trainingsbedingungen waren wie gestern und die Fahrer konnten bei der zweiten Fahrt auf der Piste mehr Einsatz und Aggressivität zeigen. Ich liebe diese Piste, vor allem die Ciaslat-Wiesen weil ich mich in diesem schwierigen, begeisternden Abschnitt als Skicrosser austoben kann. Unter all den Weltcup-Abfahrtspisten mag ich die Saslong gemeinsam mit Kitzbühel Wengen und Beaver Creekam am liebsten. Die Saslong ist mit Wengen die einzige Piste, die sich in die natürlichen Hänge des Berges einlegt. Ich bin sehr gerne hier und habe immer ein gutes Gefühl, auch wenn es schwierig ist, sich hier gut vorzubereiten. Die Abfahrt ziehe ich dem Super-G vor, weil ich ohne Training Schwierigkeiten habe, mich auf einer Piste zurechtzufinden. Ich hoffe auf eine gute Leistung in den nächsten Tagen, weil es die idealen Rennen wären, um mich im Top-Klassement festzusetzen. Meine Saisonziele? Mich in den ersten 15 zu etablieren und aufs Podium zu fahren.

Otmar Striedinger (AUT), 5. mit +0,31
Heute waren die Läufer etwas schneller unterwegs und dadurch hat man kaum gemerkt, dass an einigen Stellen abgetragen worden ist. Ich konnte heute umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte und bin deshalb etwas erleichtert. Das Training war gut, ich fühle mich wohl auf den Skiern und ich freue mich aufs Rennen.

Aksel Lund Svindal (NOR), 6. mit +0.32
Ich bin einverstanden mit der neuen Startnummern-Regelung, weil früher die besten Läufer benachteiligt waren. Das gibt es in keinem anderen Sport! Das wäre wie wenn man Mercedes, Ferrari und Red Bull in die letzte Reihe stellt, um das Rennen spannender zu machen. Oder wenn bei einer Fußball-Weltmeisterschaft die besten Mannschaften schon am Anfang gegeneinander spielen müssten. In keinem Sport werden die Besten nach hinten gestellt, um das Niveau der Show zu heben. Deshalb gefallen mir die neuen Regeln. Mir gefällt auch die Saslong und ich denke, dass die Ciaslat der schwierigste Abschnitt ist. Ich bin überrascht nach der Verletzung so gut unterwegs zu sein. Ich bin sehr erfahren und deshalb konnte ich die letzten Wochen auch mit wenigen Trainings gut überstehen. Ich war im gestrigen Training nicht gut unterwegs und ich weiß nicht warum, aber heute lief es besser. Ich habe kein richtiges Vorbild in meinem Leben, außer vielleicht einfache, höfliche Leute, die anderen mit Respekt begegnen. Solche Leute sind meine „Vorbilder“.

Adrien Theaux (FRA), 7. mit +0,33
Ich bin mit der neuen Startnummern-Regelung nicht einverstanden. Ich ziehe ein System vor, das den zehn Besten Nummern zulost, ohne dass die Nummern irgendwie gewählt werden. Sonst sind die ersten drei klar im Vorteil. In der FIS gibt es ehemalige Athleten, die uns vertreten, aber unsere Macht ist klein. Gröden gefällt mir sehr gut und die Saslong ist eine wunderbare Piste: Kamelbuckel oder Ciaslat sind legendäre Orte des Skisports. Ich bin gerne hier, schon alleine wegen des Panoramas, auch wenn die Piste meinen Fähigkeiten nicht unbedingt entgegen kommt. Die Strecke zeichnet die guten Gleiter aus, weil es lange, flache Passagen gibt und man die oben verlorene Geschwindigkeit nicht mehr aufholt. Man darf einfach keine Fehler machen. Im Allgemeinen sehe die Franzosen als eine kompakte, gute Mannschaft, im Riesentorlauf wie auch in den anderen Disziplinen. Wir haben gute Nachwuchsfahrer und wir bemühen uns, auf allen Ebenen mit den besten mitzuhalten.

Erik Guay (CAN), 8. mit +0.42
Ich liebe die Saslong und ich komme immer wieder gerne nach Gröden. Unser Trainer meint, auf dieser Piste müsse man einfach Spaß haben, weil sie alle Eigenschaften aufweist, die eine gute Rennstrecke braucht. Ich erwarte mir viel von den Rennen auf der Saslong, weil ich hier viele gute Resultate errungen habe. Das gestrige Training war etwas enttäuschend. Für den Abfahrtssieg kommen viele Läufer in Frage, weil die Abstände heute sehr klein sind. Ich werde mein Bestes geben und das wird hoffentlich für einen Erfolg reichen.

Peter Fill (ITA), 11. mit +0,48
Die Bedingungen waren wieder sehr gut und ich bin zufrieden mit meiner Fahrt, auch wenn ich einige Passagen verbessern muss. Ich denke, dass die Fahrer sämtliche Schlüsselstellen voll gefahren sind. Die Abfahrt am Samstag wird ein interessantes Rennen, weil die Abstände heute sehr klein sind. Einige Sprünge wurden nach dem gestrigen Training korrigiert, aber da die Geschwindigkeit heute höher war, machte es keinen Unterschied. Die Sprünge gehen allgemein sehr weit und man muss jeden gut vorbereiten. Es ist normal, dass in Gröden niemand von oben bis unten sauber fährt. Man muss riskieren und hoffen, keine Fehler zu machen. Auf meiner Heimpiste will ich ein gutes Rennen fahren, ein Sieg ist aufgrund der großen Konkurrenz schwierig.

Werner Heel (ITA), 21. mit +1,06
Ich bin sehr zufrieden und ich hoffe, dass ich diese Leistung im Rennen umsetzen kann, denn nur dort zählt es. Dass ich mit Startnummer 67 eine gute Zeit erreiche, hebt meine Moral und macht mich sehr zuversichtlich. Die Sprünge wurden verbessert, da sie gestern durch kleine Hügel etwas weiter gingen. Heute waren sie perfekt. Die Ciaslat ist auch heuer wieder sehr anspruchsvoll. Durch die Geschwindigkeit ist es schwierig, mit den langen Skiern die Wellen im richtigen Punkt zu drücken.

Christof Innerhofer (ITA), ausgeschieden
Ich hatte ein gutes Gefühl und war gut unterwegs. Die letzten beiden Sprünge habe ich ausgelassen, um kein weiteres Verletzungsrisiko einzugehen und mein Knie zu schonen. Für den morgigen Super-G bin ich zuversichtlich, setze mir aber keine konkreten Ziele. Ich will einfach nur die Leistung der Trainings bestätigen. Die neue Startnummern-Regelung hat Vor- und Nachteile. Es ist noch schwieriger die Besten zu schlagen und Überraschungen zu erzielen. Im Allgemeinen bin ich aber einverstanden, weil der Zufall eine kleinere Rolle spielt. Athleten hatten es mitunter schwer, den direkten Konkurrenten, also den „Nachbarn“ in der Weltcup-Wertung, zu schlagen, weil er eine völlig andere Startnummer haben konnte.