Stimmen der Fahrer nach der Abfahrt

Max Franz ist der 12. Österreicher, der auf der Saslong eine Weltcup-Abfahrt gewinnt und der erste seit Michael Walchhofer im Jahr 2008. Franz ist seit 2009 im Weltcup und erreichte bei den Abfahrten 2012 in Lake Louise und 2015 in Saalbach den zweiten Platz.

Was er und die anderen Läufer nach dem Rennen sagten, lesen Sie hier:

Max Franz (AUT), 1. mit 1.56,60
Es ist wunderschön, dass sich heute der Sieg ausgegangen ist. Ich hatte am Start ein gutes Gefühl, weil die Trainings toll verlaufen waren und ich gut drauf war. Ich hatte eine Vorahnung, dass ich es heute schaffen könnte und vielleicht war ich deshalb etwas nervöser. Meine Familie und meine Freunde kommen immer sehr zahlreich nach Gröden und wir fühlen uns hier sehr wohl. Auf der Saslong habe ich 2011 mit Platz 5 im Super G meine erste Platzierung unter den ersten 10 erreicht.

Aksel Lund Svindal (NOR), 2. mit +0,04
Ich hatte einen großen Fehler, aber sonst war meine Fahrt in Ordnung. Einen solchen Fehler darf man sich nicht erlauben, deshalb wusste ich, dass die Zeit schlagbar wäre. Ich habe natürlich gehofft, dass es reichen würde und es sah auch lange gut aus. Aber mit Max Franz musste man nach seinen guten Trainings rechnen.

Steven Nyman (USA), 3. mit +0.41
Ganz oben konnte ich die Kurven sehr eng fahren und ich hatte ein gutes Gefühl. Ich konnte die Skier sehr gut gleiten lassen, als ob sie fliegen würden. Der Sprung an der Mauer ging viel besser als im Training. Bei den Kamelbuckeln geriet ich in Rücklage und konnte spät landen. Dort bin ich etwas erschrocken, aber ich wusste, dass ich gut unterwegs war und ich war froh, dass meine Knie standhielten. Ich war meines Wissens Zweiter nach diesem Bereich und hatte dann den Eindruck, meine Ski würden einreißen und sich die Kanten abnutzen. Dort ließ ich eine halbe Sekunde liegen. Ich habe bei den Kamelbuckeln etwas Zeit verloren, weil dort die Abstände der Hügel etwas seltsam sind. Wenn man in Verspätung ist kann man aufholen, indem man gut arbeitet und deshalb gut auf den zweiten Kamelbuckel kommt. Meine Trainingsläufe waren zu gerade und deshalb wusste ich, wie ich es im Rennen anpacken müsste. Ich habe versucht, auf den Ciaslat-Wiesen schnell zu sein, wo man sehr beweglich sein muss. Im Allgemeinen bin ich sehr zufrieden mit meinem Lauf und dass ich es aufs Podium geschafft habe. Wie immer war ich nervös, weil hier die Erwartungen groß sind. Max war schon im Training schnell, speziell im Ciaslat. Er geht ordentlich Risiko ein und das beeindruckt mich. Ich habe sein Rennen nicht genau verfolgt und weiß deshalb nicht, wo er wieviel schneller war. Ich gratuliere ihm, weil sein Land nach dem Rennen in Val d’Isère sehr enttäuscht war und mit dem Sieg wieder nach vorne schauen kann.

Adrien Theaux (FRA) 4. mit +0.44
Der vierte Platz ist nicht schlecht, aber es wäre mehr möglich gewesen. Ich liege drei Hundertstel hinter Nyman und es ist bitter, das Podium nur so knapp zu verpassen. Vor ein paar Jahren war ich hier unter den ersten drei, aber das Rennen wurde abgebrochen und jetzt bin ich so knapp dahinter. Generell ist das Resultat natürlich in Ordnung. Ich bin gute Trainings gefahren und auch heute war der Lauf gut. Ich habe oben einen Fehler begangen und das hat mich Zeit für den unteren Teil gekostet. Hoffentlich bin ich morgen etwas besser drauf als heute.

Erik Guay (CAN) 5. mit +0.56
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden und habe das erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Trotzdem denke ich, ich hätte noch besser fahren können. Die ganze Woche hatte ich Probleme mit dem oberen Teil und das zeigen auch die Teilzeiten. In anderen Abschnitten konnte ich dagegen mit den Besten mithalten. Ich muss noch herausfinden, warum mein Gleiten im Moment noch zu verbessern ist. Der Sieg von Max Franz überrascht mich, aber er war stark in den Trainings. Er hat heute eine kompakte Fahrt gezeigt und hat die Geschwindigkeit überall hoch gehalten. Svindals Fahrt hingegen war nicht sauber und hatte einige Fehler, aber er hat eine großartige Art, das Tempo von einer Kurve in die nächste mitzunehmen. Niedrige Startnummern waren ein Vorteil, weil es im oberen Bereich mehr Sonnenlicht gab. Aber letztlich hat Franz mit einer hohen Nummer gewonnen und das macht seinen Lauf noch beeindruckender.

Nils Mani (SUI), 9. mit +0,65
Ich hatte am Start ein gutes Gefühl, aber dieses Resultat überrascht mich. Ich hoffe es gibt mir einen Schub für die nächsten Rennen. An die Weltmeisterschaft will ich noch nicht denken, aber ich bemühe mich natürlich, auf dieses Ergebnis aufzubauen. Im Ziel musste ich drei Mal auf die Ergebnistafel schauen, weil ich es kaum glauben konnte. Ich werde jetzt sicher noch etwas Zeit brauchen, um diesen Erfolg zu realisieren. Bislang hatte ich in vielen Abfahrten gute Teilzeiten, aber eine ganze Fahrt ist mir noch nie so gut gelungen.

Kjetil Jansrud (NOR), 12. mit +0.75
Eigentlich ist nichts schief gelaufen. Ich hatte einen guten Lauf, aber die Teilzeiten sprechen eine klare Sprache: in den Flachstücken nach dem Start, vor den Kamelbuckeln und ganz unten habe ich Zeit verloren. Wir werden genau analysieren, was falsch gelaufen ist. Ich habe mein Bestes gegeben und will deshalb nicht enttäuscht sein. Ich bin ja nicht schlecht gefahren. Natürlich wäre mir ein Podest-Platz lieber gewesen, aber es ist gut zu sehen, dass die Dichte im Skisport groß ist. Wer Fehler macht, fällt ein paar Ränge oder sogar weiter zurück. Ich nehme das als Weckruf, der mir zeigen soll, dass nichts von alleine kommt. Ich werde mich jetzt auf morgen konzentrieren und dann wird man sehen.

Christof Innerhofer (ITA), 13. mit  +0,77
Ich nehme viel Positives mit von diesem Rennen, obwohl ich noch einige Zehntel herausholen hätte können. Ich habe versucht, gelöst zu fahren und habe bei der Sochers-Mauer nicht gleich umgeschaltet. Ich kam zu passiv in diese beiden Kurven und bin zu weich gefahren. Ich hätte mehr anziehen müssen, weil so der Sprung aufging. Dort habe ich zwei, drei Zehntel verloren, bin aber danach wieder ordentlich gefahren. Auf den Ciaslat-Wiesen war ich einer der Besten. Bisher war der 22. Platz mein bestes Ergebnis in Gröden und deshalb bin ich mit Rang 13 sehr zufrieden.

Peter Fill (ITA), 22. mit +1,23
Ich war heute in Zeitlupe unterwegs. Ich war im Ziel überrascht, weil ich eigentlich alles gegeben habe. Ich war auf der ganzen Strecke langsam und kann mir nicht erklären, warum. Ich war nicht schlecht unterwegs, kam aber von Anfang an nicht auf die notwendige Geschwindigkeit. Lediglich die erste Kurve ist mir nicht gut gelungen, danach war meine Fahrt in Ordnung. Die Erwartungen waren groß, von meiner Seite und auch von anderen, und vielleicht war gerade das ein Problem. Schade, werde ich es halt im nächsten Jahr wieder probieren.