Saslong-Classic 2016: Mit Leidenschaft in die Zukunft

Geschafft: In einem Interview sprechen Rainer Senoner, Präsident des Saslong Classic Club Gröden, und die Geschäftsführerin des Organisationskomitees über die diesjährige Rennwoche und über die Zukunft.

Der 49-jährige Rainer Senoner ist seit Mai diesen Jahres Präsident des Organisationskomitees des Saslong Classic Club und spricht mit Stolz über den Erfolg der 49. Ausgabe.

Rainer Senoner: Die beiden Rennen sind diese Woche unter perfekten Bedingungen über die Bühne gegangen. Alle Beteiligten wie auch die Athleten konnten das mit Freude zur Kenntnis nehmen. Das Publikum war noch nie so groß und die internationalen Medien haben die Veranstaltung in die ganze Welt gebracht. Wir können rundum zufrieden sein!

Wie schafft es das Grödnertal immer wieder mit der Qualität seiner Rennen zu überzeugen?
RS: Wir bemühen uns, ungemein hohe Standards zu halten. Um das zu ermöglichen, müssen immer wieder die richtigen Investitionen getätigt werden. Alle Mitarbeite sollen in der Lage sein, auf gutem, professionellem Niveau zu arbeiten. Das erlaubt uns auch mit schwierigen klimatischen Bedingungen klar zu kommen.

Wollen Sie damit sagen, dass sie auch ein Rennen ohne Schnee organisieren können?
RS: Es geht nicht nur darum ausreichend Schnee zu produzieren, sondern auch das renntaugliche Profil zu schaffen. Das ist nur möglich, weil wir über einen riesigen Erfahrungsschatz verfügen, den die Mitarbeiter aus dem Tal über Jahre bereichert haben. Außerdem hilft uns unsere Fachkenntnis, unerwartete Schwierigkeiten rasch und effizient beheben zu können. 2014 zum Beispiel gab es nicht ausreichend Schnee, um Löcher in der Piste aufzufüllen und wir haben das mit Stroh erledigt. Das hat funktioniert und wurde von vielen kopiert.

Stefania Demetz, Geschäftsführerin der Saslong Classic Club, ist der Erfolg der Veranstaltung der großen Erfahrung und dem Fachwissen der Mitarbeiter zu verdanken?
Stefania Demetz: Ich denke unser System stützt sich auf zwei Säulen, die sich eigentlich sehr unterscheiden: zum einen das, was Rainer sagt, und zum anderen prägt uns der Wille, nach immer neuen Ideen und neuen Anstößen zu suchen, die im Markt verlangt werden. Diese gehen weit über unseren Bereich hinaus.

Wie meinen Sie das?
SD: Zum Beispiel haben wir uns für unser World Cup Adventure, das Unterhaltungsprogramm, welches die Rennwoche begleitet, Ideen aus ganz anderen Bereichen geholt, die etwa in großen Städten funktionieren. Oder wir bieten unseren Sponsoren nicht nur Werbeflächen an, sondern auch eine echte VIP-Experience, bei dem sie Kunden und wichtigen Partnern ein spezielles Erlebnis bieten können.

Was hat sich geändert, seit Sie, Rainer, im fernen 1988 dem Saslong Classic Club beigetreten sind?
RS: In meinem Bereich, der Pistenarbeit, hat sich vor allem in puncto Sicherheit viel getan. Damals haben wir etwa 800 Meter Sicherheitsnetze verwendet, heute sind es 28‘000. Ganz allgemein ist das professionelle Niveau aller Arbeitskräfte viel höher geworden.

Stefania, was sind Ihrer Meinung nach die größten Veränderungen?
SD: Heute ist unser Event nicht mehr nur eine Sport-Veranstaltung, sondern vielmehr ein Anlass von sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und politischer Bedeutung mit all den Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen, die dazu gehören.

Will der Skisport noch spektakulärer werden, wie die Änderung der Startnummernvergabe vermuten lässt?
RS: Meiner Meinung nach ist die Faszination des Skisports geprägt von den stets wechselnden äußeren Wetter- und Schneebedingungen. Damit ist der Ausgang eines Rennens immer offen. Es reicht ein Blick auf das heutige Ergebnis mit Sieger Max Franz.

Wie sehen Sie das, Stefania?
SD: Wir haben mit verschiedenen Zielgruppen zu tun und müssen uns veränderten Lebensweisen anpassen. Uns muss stets klar sein, dass wir das Interesse am Skisport erhalten und dafür immer wieder nach neuen Ideen suchen müssen. Marktforschung kann hier sehr hilfreich und notwendig sein.

Was können wir uns vom Saslong Classic Club der Zukunft erwarten?
RS: Ich wünsche mir, dass die Skirennen noch mehr ein Event von und für das ganze Tal werden und dass sich die Bevölkerung noch mehr damit identifizieren kann.
SD: Wir wollen, sozusagen, auf dem Spielfeld eine gute Arbeit leisten und immer den Blick fürs Ganze bewahren. Das ist es, was aus einer Sportveranstaltung in einem kleinen Bergdorf ein Event macht, worauf die ganze Welt mit Bewunderung schauen kann.