Comebacker Kilde: „Ein Top-10-Ergebnis wäre schon richtig gut“
Mit fünf Siegen und insgesamt neun Podestplätzen zählt Aleksander Aamodt Kilde zu den erfolgreichsten Athleten auf der Saslong. Nach seiner langen Verletzungspause gehört der Norweger in diesem Jahr zwar nicht zu den Top-Favoriten, dennoch ist der stets sympathische „Super-Elch“ im Zielraum ein gefragter Mann. Im Anschluss an das Abfahrtstraining am Dienstag nahm sich Kilde Zeit für ein kurzes Gespräch mit der Saslong-Redaktion.
Eines vorweg: Dass Kilde in Gröden überhaupt an den Start gehen kann, ist alles andere als selbstverständlich. Nach seinem schweren Sturz in Wengen im Januar 2024 folgte nämlich eine lange Leidenszeit mit Schulterproblemen, Entzündungen und mehreren Operationen. Erst vor wenigen Wochen feierte der 33-Jährige beim Super-G in Copper Mountain sein Renn-Comeback. Die Platzierung (Rang 25) war dabei nebensächlich – für Kilde ging es in erster Linie darum, nach fast 700 Tagen Pause endlich wieder Rennluft zu schnuppern und im Weltcup-Zirkus „mit dabei“ zu sein.
Aleksander, dein Comeback in Copper Mountain war schon ein großer Schritt. Wie geht es dir aktuell – körperlich und mental?
Es geht Woche für Woche aufwärts. Es fehlt aber noch sehr viel, das ist nach fast zwei Jahren ohne Skifahren völlig normal. Ordentliche Trainings sind momentan allerdings schwierig, weil es vielerorts wenig Schnee gibt. Ich versuche deshalb, die Tage hier in Gröden zu nutzen, um weitere Rennerfahrung zu sammeln und mit jedem Lauf wieder mehr Sicherheit zu bekommen.
Wie viel Zeit investierst du derzeit in die Physiotherapie?
Eigentlich mache ich jeden Tag Physio, allerdings nicht übertrieben viel. Insgesamt sind das etwa 20 Minuten – vor und nach dem Skifahren. Derzeit ist für mich nicht nur die Physiotherapie wichtig, auch die Regeneration spielt eine große Rolle. Viel schlafen gehört da ebenfalls dazu (lacht).
Kommen wir zu Gröden: Erinnerst du dich noch an dein Debüt auf der Saslong?
2013 bist du im Super-G gleich in die Punkte gefahren.
Ja, klar! Die Strecke hat mir von Anfang an Freude bereitet. Eigentlich habe ich mich hier vom ersten Tag an wohlgefühlt.
Insgesamt kannst du in Gröden neun Podestplätze und fünf Siege vorweisen – warum liegt dir die Saslong so gut?
Egal ob Schnee, Sprünge, Wellen oder das Essen – das Gesamtpaket in Gröden passt einfach. Ich habe hier Spaß, das macht alles leichter. Wenn man sich wohlfühlt, kommen meist auch die guten Ergebnisse.
Bei so vielen Erfolgen in Gröden: Gibt es ein Highlight, das besonders heraussticht? Der erste Podestplatz 2015 im Super-G oder der Abfahrtssieg 2018 mit fast einer Sekunde Vorsprung wären zwei Höhepunkte, die uns schnell einfallen…
Der Sieg 2018 kam nach einer für mich zuvor schwierigen Saison und war sicher einer meiner besten Läufe im Weltcup überhaupt. Wenn man diesen Flow findet, ist es unfassbar, hier zu fahren. Ich möchte aber gar nicht werten, denn auch das erste Podest war etwas ganz Besonderes. Damals feierten wir Norweger ja einen Dreifachsieg – gemeinsam mit meinen Freunden Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud auf dem Treppchen zu stehen, war schon sehr speziell.
Mit Blick auf die heurigen Rennen: Welche Ambitionen hast du in Gröden?
Ein Top-10-Platz wäre für mich heuer schon richtig gut. In Gröden ist das Timing extrem wichtig, genau das fehlt mir im Moment noch ein bisschen. Das habe ich auch im Training gemerkt, vor allem bei der schwierigen Sicht im oberen Streckenabschnitt. Insgesamt bin ich aber zufrieden mit meiner aktuellen Verfassung.
Du lebst und trainierst in Innsbruck – ist Gröden für dich so etwas wie ein Heimrennen?
Ja, absolut. Die Saslong fühlt sich für mich aber schon seit meinem ersten Start wie ein Heimrennen an – das war lange vor meiner Zeit in Innsbruck so. Gröden ist eine meiner Lieblingsstrecken, ich bin einfach sehr gerne hier.