„Der Abfahrtssieg 2023 war für mich so etwas wie eine Wende“
Gröden und Dominik Paris – eine besondere Beziehung mit Höhen und Tiefen. Der Lokalmatador aus Ulten, der in der Sprint-Abfahrt als Dritter seinen vierten Podestplatz am Fuße des Langkofels einheimste, blickt mit uns auf seine besondere Saslong-Geschichte zurück.
Dominik, du hast vor zwei Jahren im Abfahrts-Klassiker deinen ersten Sieg in Gröden gefeiert. Der erste Platz kam damals etwas überraschend, da du dich mit der Saslong zuvor nie so recht anfreunden konntest…
Die Geschichte von mir und Gröden ist eigentlich schnell erzählt: Zu Beginn meiner Karriere gehörte die Saslong zu meinen Lieblingspisten, weil ich hier meine Gleitstärken gut ausspielen konnte. Auch meine allerersten Weltcup-Punkte habe ich in Gröden geholt. Vor zehn Jahren bin ich hier sogar innerhalb von 24 Stunden zweimal aufs Podest gefahren. Danach haben sich meine Vorbereitung und mein Fahrstil etwas verändert – es folgten deutlich schwierigere Jahre, in denen ich mich vor heimischem Publikum leider oft ärgern musste. Der Sieg 2023 war dann so etwas wie eine Wende: Diese Fahrt hat mir wichtige Erkenntnisse geliefert und gezeigt, welcher Fahrstil auf der Saslong gefragt ist, um mit den Schnellsten mithalten zu können.
Hat sich seit diesem Sieg deine Erwartungshaltung geändert? Reist du mit höheren Ambitionen nach Gröden?
Im Grunde gehe ich bei jedem Rennen an den Start, um zu gewinnen (lacht). Hier in Gröden ist ein Podestplatz sicher ein super Resultat, wobei ich auch mit einem Ergebnis in den Top-Sechs oder Top-Acht zufrieden bin, sofern die Leistung stimmt und der Rückstand auf die Spitze nicht zu groß ist.
An der Spitze ist fast immer Marco Odermatt anzufinden – in der Sprint-Abfahrt ließ er einmal mehr die gesamte Konkurrenz hinter sich. Ist der Schweizer derzeit überhaupt zu bezwingen, wenn er ohne Fehler ins Ziel kommt?
Marco ist inzwischen auf jeder Strecke stark und überall der Mann, den es zu schlagen gilt. Er analysiert sehr genau und versteht es, auf jeder Piste seine Stärken auszuspielen. Trotzdem ist auch er schlagbar – das haben die knappen Abstände bei der ersten Abfahrt gezeigt. Allerdings muss dafür bei einem selbst ebenfalls alles zusammenpassen.