„Der Sieg fühlt sich surreal an“
Jan Zabystran zeigte sich nach seinem überraschenden Premierensieg überwältigt – ebenso offen und ehrlich äußerten sich auch die weiteren Protagonisten des Super-G. Wir haben die Stimmen der Hauptdarsteller eingesammelt.
Jan Zabystran (CZE | 1. Platz): „Mit Startnummer 29 ins Ziel zu kommen und den Einser neben meinem Namen zu sehen, ist sensationell – so etwas ist mir in meiner ganzen Karriere noch nie passiert! Der Sieg fühlt sich surreal an, es ist wirklich wie ein Kindheitstraum, der nun wahr wird. Es verwundert mich sogar etwas, dass ich auf der Saslong so schnell fahren kann, denn vor nicht allzu langer Zeit wäre ich hier schon mit einem Top-30-Ergebnis zufrieden gewesen. Früher habe ich zu meinem Landsmann Ondřej Bank aufgeschaut, nun stehe ich selbst auf dem Podest. Ein wunderschönes Gefühl!“
Marco Odermatt (SUI | 2. Platz): „Meine Fahrt war am Limit, ich habe alles riskiert – natürlich ist es da etwas ärgerlich, wenn man noch so spät abgefangen wird, weil wir mit den niedrigen Nummern quasi im Dunkeln fahren und die Athleten mit höheren Startnummern die Strecke in der Sonne haben. Mir hat wohl auch mein Fehler im Schlussteil den Sieg gekostet. In anderen Orten wäre ich vielleicht an der Spitze geblieben. Dennoch: Jeder, der die Chance mit einer höheren Startnummer nutzt, hat es verdient. Gratulation an Jan!“
Giovanni Franzoni (ITA | 3. Platz): „Es ist verrückt – hier in Gröden bin ich eigentlich immer hinterhergefahren, aber heuer ist alles anders. Schon gestern war ich schnell unterwegs, wobei ich natürlich auch das Wetterglück auf meiner Seite hatte. Ich möchte diesen Erfolg meinem kürzlich verstorbenen Teamkollegen Matteo Franzoso widmen, der sicher stolz auf mich gewesen wäre und heute von oben auf uns herabgeschaut hat. Ich denke noch sehr oft an ihn, weil wir gemeinsam wirklich durch Dick und Dünn gegangen sind.“
Christof Innerhofer (ITA/Gais | 6. Platz): „Ich bin super happy mit meinem Rennen. Im Zielraum konnte ich das tolle Ergebnis gemeinsam mit den Fans feiern und habe diesen Moment richtig genossen. Bis zur Ciaslat war ich sogar auf Kurs zur Bestzeit, allerdings hatte ich bei der Besichtigung heute morgen nicht mehr genügend Zeit, mir den untersten Streckenteil genau anzuschauen. Deshalb bin ich dort auf Sicherheit gefahren und habe wohl einen Podestplatz liegen gelassen.“
Vincent Kriechmayr (AUT | 9. Platz): „Leider war das heute keine gute Fahrt von mir. Ich habe im Mittelteil einen dummen Fehler gemacht, der mir Unmengen an Tempo und letztendlich auch eine Top-Platzierung gekostet hat. Das ärgert mich, vor allem weil es mir hier in Gröden schon zum zweiten Mal passiert ist. Jetzt gilt es, das Ganze einmal zu verdauen und zu analysieren – morgen in der Abfahrt werde ich dann mein letztes Hemd riskieren, um doch noch zu einem guten Resultat zu kommen.“
Dominik Paris (ITA/Ulten | 25. Platz): „Ich habe probiert, Gas zu geben, war insgesamt aber zu brav unterwegs. In der Ciaslat habe ich zudem einen Fehler eingebaut, der mir zusätzlich Zeit gekostet hat. Für morgen bin ich trotzdem top-motiviert: Ich habe derzeit beim Skifahren ein gutes Gefühl, und dass ich heute nicht zu den Schnellsten gehört habe, bringt mich nicht aus dem Konzept. Giovanni Franzoni möchte ich besonders loben – er war im Training schon oft sehr schnell und hat diese Leistungen jetzt erstmals auch im Rennen gezeigt.“