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Kilde – wer sonst?

17.12.2021

Dass der Sieg bei der 54. Ausgabe der Saslong Classic nur über Aleksander Aamodt Kilde laufen würde, war bereits lange vor seiner Bestzeit im Abschlusstraining für den Abfahrts-Klassiker am Samstag klar. Der 29-Jährige fühlt sich am Fuße des Langkofels wie zuhause und macht nach dem Speed-Double von 2020 Jagd auf seine nächsten Erfolge auf der ehrwürdigen Saslong.

Acht Weltcup-Siege stehen Kilde aktuell zu Buche, drei davon heimste er in Südtirol ein. Für den Norweger verkam die Speed-Strecke in Gröden in den letzten Jahren zu so etwas wie einem persönlichen Wohnzimmer. „Der Hügel hier gefällt nicht nur mir, sondern auch all meinen Teamkollegen ausgezeichnet. Die Schneeverhältnisse und die Eigenheiten der Piste kommen uns sehr entgegen. Wir können hier saubere Schwünge fahren und fühlen uns deshalb sehr wohl“, analysiert Kilde.

Der Gesamtweltcup-Sieger von 2019/20 ist längst in die Fußstapfen seines Landsmanns Aksel Lund Svindal getreten, der mit insgesamt sieben Triumphen in Super-G und Abfahrt der Rekordsieger auf der Saslong ist. Angesprochen auf seine Vorliebe zur Rennwoche in Gröden, kommt Kilde aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Die coolen Leute, das gute Essen, die schönen Unterkünfte – ich liebe einfach alles hier“, witzelt der Skandinavier, der auf einen bärenstarken Saisonstart mit zwei Siegen in Beaver Creek zurückblicken kann.

Als wäre er nie weg gewesen
Dass Kilde derart furios in den Weltcup-Winter startete, kam für viele überraschend. Immerhin zog sich das Kraftpaket erst im Januar 2021 einen Kreuzbandriss zu, der ihn viele Monate außer Gefecht setzte und auch in der Vorbereitung auf die Olympia-Saison merklich einschränkte.

Über seine rasche Rückkehr an die Weltspitze war auch Kilde selbst verwundert: „Nach den ersten Rennen in Lake Louise und Beaver Creek dachte ich eigentlich, dass ich noch etwas Zeit benötige, um den Anschluss zu finden. Doch schon beim zweiten Super-G in den USA gelang mir ein Sieg – das war schon ein geiles Gefühl. Aktuell habe ich keine Probleme mehr mit meinem Knie. Das gibt mir viel Zuversicht für die nächsten Aufgaben“, so der Norweger.

Breite Brust als Erfolgsrezept
Angesichts der jüngsten Weltcup-Ergebnisse und der Gröden-Resultate der letzten Jahre sind am Wochenende alle Augen auf Kilde gerichtet. Der Druck, der auf seinen Schultern lastet, beeinflusst ihn allerdings kaum: „Wichtig ist, dass das Selbstvertrauen da ist. Das ist im Skisport ein entscheidender Faktor. Wenn man mit breiter Brust in ein Rennen gehen kann, gelingt es einen leichter, die geplanten Dinge umzusetzen“, betont der 29-Jährige.

Auch wenn Kilde die Rennen auf der Saslong als Top-Favorit in Angriff nimmt, weiß er um die Stärken der Konkurrenz Bescheid. „Ryan Cochran-Siegle traue ich einiges zu. Er hat einen sehr schönen Fahrstil und ist in Gröden immer stark unterwegs“, gibt sich der Skandinavier vorsichtig.

Neben dem US-Boy, der im Vorjahr mit Platz zwei in der Abfahrt aufhorchen ließ, hat Kilde die üblichen Verdächtigen auf dem Zettel: Dazu gehören Matthias Mayer, Vincent Kriechmayr, Beat Feuz oder Dominik Paris – vier Fahrer, die in den Trainings eigentlich nicht auf den vordersten Positionen anzufinden waren. „Das Training kann man nicht mit dem Rennen vergleichen. Wenn es ernst wird, kann vieles passieren“, so der trockene Kommentar des dreifachen Gröden-Siegers, der längst seine Gröden-Triumphe vier und fünf ins Auge gefasst hat.